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SPD Dueren-Mitte-West.

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Geschichte der Dürener SPD :

Autor: Felix Röhlich

Kleine Chronik der SPD in Düren.

Die Anfänge
Erste Anfänge sozialdemokratischer Aktivitäten gab es in Düren bereits in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts.
Wenige Jahre nach Gründung des ADAV (Allgemeiner Deutscher Arbeiter Verein)
durch Ferdinand Lassalle am 23.Mai 1863, veranstalteten die Lassalleaner auch
in Düren sogenannte Volksversammlungen.
Der „Sozial-Demokrat“ (Zeitung der sozialdemokratischen Partei zu dieser Zeit),
berichtet im Dezember 1869 von Arbeiterversammlungen in Düren, Birkesdorf,
Eschweiler und Dürwiß. Für die beiden Kreise Düren und Eschweiler werden Ende1869 bereits 2000 Mitglieder angegeben.

Erste Gründung
Laut Vereinsnachrichten im „Sozial-Demokrat“ , fanden am 31.Januar 1870 in Düren und am 1.Februar 1870 in Birkesdorf Gründungsversammlungen zur Bildung von sozialdemokratischen Ortsgruppen statt.
Diese ersten organisierten Arbeitervereine, geboren aus der Not und Ausbeutung der Arbeiter in den Gründerjahren der industriellen Revolution, finden jedoch mit dem preußischen Sozialistengesetz von 1878 ihr vorläufiges Ende.

Dauerhafte Gründung 1905
Nach Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890, regte sich auch in Düren die tot geglaubte Arbeiterbewegung wieder. Veranstaltungen und Zusammen-künfte fanden zunächst unter Tarnung eines Arbeiterturnvereins oder Arbeiterrauchklubs statt.
Der Schumachermeister Josef Heusgen gründete am 3.April 1895 zum zweitenmal gemeinsam mit 14 Mitgliedern einen „ Sozialdemokratischen Verein für Düren und Umgebung“. Dank der intensiven polizeilichen Überwachung ist das Gründungsprokoll sowie das erste Vereinsstatut im Rheinischen Landesarchiv in Koblenz erhalten.
Auf Druck der Staatsanwaltschaft musste sich der Verein jedoch 1896 wieder auflösen und die Genossen mussten sich vorerst weiter unter Tarnbezeich-nungen in der Wohnung oder Werkstatt von Heusgen treffen.

Die dritte offizielle und dauerhafte Gründung eines sozialdemokratischen Vereins fand am 29. Dezember 1905 unter dem Decknamen „Volksverein für den Reichstagswahlkreis Düren-Jülich“ statt. Auch dieses Datum ist in einem Bericht des Reg.Präsidenten Aachen, im Rheinischen Landeshauptarchiv Koblenz verbürgt.
Darin ist u.a. angegeben : 1.Vorsitzender Josef Heusgen, Kassierer Bartel Eichelmann, Schriftführer Fritz Bense und 10 weitere Beisitzer . Der Verein hatte 1914 = 160 Mitglieder.
Josef Heusgen blieb Vorsitzender bis 1924.

Entwicklung nach dem 1.Weltkrieg
Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die SPD in Düren steil aufwärts.
Mit Josef Rademacher, Buchdrucker, beschäftigte sie den ersten Parteisekretär und ab 1920 erschien die sozialdemokratische Tageszeitung „Neue Zeit“ für den Kreis Düren (Exemplare im Stadtarchiv erhalten). Die Redaktion und das Parteibüro befanden sich in der Kölnstraße. Bei der Kommunalwahl 1919 wurden erstmals elf Sozialdemokraten in den Stadtrat gewählt und der SPD-Stadtverordnete Johann Frenken wurde zu ehrenamt-lichen Beigeordneten gewählt.
In den 20er Jahren entwickelten die Sozialdemokraten in Düren ein reges Parteileben. 1924 gründeten sie einen Ortsausschuss der Arbeiterwohlfahrt Nach Inflation und Seperatistenaufstand hatten diese Hilfsorganisation und die SPD große Aufgaben zur Linderung der Not in Arbeiterfamilien zu bewältigen. Bereits 1927 konnte die AWO mit Hilfe der Stadtverwaltung und der SPD, eine größere Vereins- und Veranstaltungsbaracke in der Wernerstr. beziehen. In diesem „Friedrich Ebert Heim“ fanden fortan auch die Mitgliederversammlungen der SPD statt. Als Nachfolger von Josef Heusgen wurde 1924 Johann Frenken zum Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt.
1932 hatte der Ortsverein 170 Mitglieder, Vorsitzender zu dieser Zeit war
Heinrich Koch, der auch Kandidat für den preußischen Landtag war.

Naziterror in Düren
Auch in Düren hatten viele Sozialdemokraten ab 1933 unter dem beginnenden Nazi-Terror zu leiden. Am 13. März 1933 besetzte ein Dürener SA-Sturmtrupp (Schläger- abteilung der Nationalsozialisten), das Friedrich Ebert Heim und richtete dort eine Folterzentrale für politisch Andersdenkende ein. SPD- und KPD-Mitglieder wurden wegen aktiver Parteiarbeit, z.B. Austragen von Flugblättern, verhaftet und dort verhört und misshandelt, wobei sich einige Dürener SA-Männer durch besondere Brutalität auszeichneten. Die Vorgänge hatten 1946 ein gerichtliches Nachspiel.

Die Entwicklung nach dem 2.Weltkrieg
Nach dem 2.Weltkrieg, in der zweiten Jahreshälfte 1945, suchten Dürener Sozialdemokraten, soweit sie Krieg und Naziterror überlebt hatten, wieder Kontakt zueinAnder und begannen mit dem Wiederaufbau des Ortsvereins. In dieser Hunger- und Notzeit und einer total zerstörten Stadt eine besondere Leistung. Zu ihnen zählten : Josef Hecker, Peter Geuer, Franz Ciesielski, Arnold Michels, Hubert Frank, Jean Römer, Klara Hecker, Gerhard Fuhs u.a..Schon bald kamen auch jüngere Leute hinzu wie z.B.: Hans Iven, Hans Frenken, Josef Heinrichs und Hermann Koch. Im Frühjahr 1946 fand im Fuhrpark an der Rurstrasse die erste Mitgliederversammlung statt,
wobei Hubert Frank zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch 33 Mitglieder die bereits vor 1933 SPD-Mitglied waren.
In den ersten Nachkriegsjahren nahm der Ortsverein einen raschen Aufschwung.
Bei der Jahreshauptversammlung 1950 ( der Verein hatte 250 Mitglieder),wurde
als junges Nachwuchsmitglied Hans Iven (22), zum 1. Vorsitzenden gewählt. Iven kandidierte 1953 für den Deutschen Bundestag. Von 1957 bis 1969 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.(Für den ersten Deutschen Bundestag 1949 hatte Gerhard Fuhs kandidiert).

Kommunalpolitik
In der Kommunalpolitik konnte die Dürener SPD in der Nachkriegszeit zunehmend an Boden gewinnen. Von 1948 bis 1961 war Peter Geuer 1.Stellv. Bürgermeister und von 1950 bis 1951 für kurze Zeit Oberbügermeister. Von 1961 bis 1971 war Hans Frenken 1.Stellv. Bürgermeister. Bei den Kommunal-wahlen in den 60er Jahren erreichte die SPD erstmals Ergebnisse über die 40%-Marke, 1964 = 41,9%, 1969 = 41,8%.
Mit Peter Nellen (zugezogen aus Münster/Westf.) und Hans Iven, stellte der Ortsverein in dieser Zeit zwei Bundestagsabgeordnete.
Der starke Mitgliederzuwachs machte die Einteilung des Ortsvereins in Distrikte erforderlich. So gab es 1970 folgende Distrikte : Grüngürtel, Ost, Süd, Rölsdorf, Nord und Stadtmitte. Im Januar 1971 verzeichnete die Mitglieder-kartei rund 700 Mitglieder.
Mit der Hauszeitung „Düren aktuell“ wurden die Bürger über die Politik der SPD unterrichtet. Weitere Vorsitzende des Ortsvereins bis zur kommunalen Neugliederung waren in der Reihenfolge : Karl Coenen, Arnold Michels und Johannes Veith.

Neuorganisation der Partei in Düren
Aus Anlass der kommunalen Neugliederung wurden die SPD-Ortsvereine zum 1.1.1972 neu abgegrenzt. Am 12.1.1972 fand mit der Jahreshauptversammlung die Neukonstituierung des Ortsvereins Düren-Mitte statt. Bei 200 anwesenden Mitgliedern wurde der neue Vorstand gewählt und Felix Röhlich zum 1.Vorsitzenden.
Weitere Ortsvereinsvorsitzende bis in die 90er Jahre waren : Hans Iven, Franz-Josef Bendt, Helmut Müller (MdL von 1982 bis 1986), Hermann Schroeders und Dietmar Nietan. Bei der Wahl von Dietmar Nietan 1996, hatte der Ortsverein 588 Mitglieder.

Mehrheiten bei den Kommunalwahlen
Die Kommunalwahl 1984 verschaffte der SPD in der neugegliederten Stadt erstmals die Stimmenmehrheit von 44,9%. Josef Vosen MdB aus Birkesdorf wurde zum 1.Bürgermeister gewählt und Inge Bendt zur 1.Stellv. Bürgermeisterin.(Vosen war Vorsitzender des SPD-Unterbezirks von 1971 bis 1998 und Bundestagsabg. von 1979 bis 1997, er blieb 1. Bürgermeister bis 1999.
Bei der Kommunalwahl 1989 erreichte die SPD in Düren mit 53,6% die absolute Mehrheit der Stimmen und konnte nun die Geschicke der Stadt allein bestimmen.
Auch für den Dürener Kreistag erhielt die SPD erstmals die Stimmenmehrheit und stellte mit Adolf Retz MdL aus Jülich den ersten SPD-Landrat . Ihm folgte 1994 für die SPD Manfred Lucas MdL bis 1999. Im Kreistag war von 1974 bis 1979 Hans Frenken Fraktionsvorsitzender und von 1982 bis 1994 Felix Röhlich, seit 1999ist das Ortsvereinsmitglied Jens Bröker Fraktionsvorsitzender im Kreistag.
Am 14.März 1998 wurde der Ortsvereinvors. Dietmar Nietan zum neuen Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Düren gewählt. Im selben Jahr wurde er bei der Bundestagswahl als erster SPD-Kandidat mit 47,1% direkt gewählt. Auch bei der Bundes- tagswahl 2002 wurde er wieder mit 45,5% direkt für den Wahlkreis Düren in den Deutschen Bundestag gewählt.
Bei der vorgezogenen Neuwahl des Bundestages am 18.September 2005 verliert er sein Mandat knapp (42,8%/45,0%)gegen T.Rachel CDU.

Am 1.März 2001 hat der Unterbezirksvorstand eine Neuorganisation der SPD in Düren beschlossen, danach wurde ein Stadtverband mit 8 Ortsvereinen gebildet.
Der neue Ortsverein Düren-Mitte, jetzt ohne Grüngürtel und Düren-Ost, konstituierte sich in der Jahreshauptversammlung am 2.Mai 2001, zum 1. Vorsitzenden wurde Georg Servos gewählt. Der Neue Ortsverein hat jetzt 228 Mitglieder. Wenige Monate später wurde wegen Wegzug von Servos, Gertrud Pütz-Heller zur OV-Vorsitzenden gewählt. Der Stadtverband hatte zu dieser Zeit 1547 Mitglieder, zum Vorsitzenden wurde Dietmar Nietan MdB, gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder aus dem Ortsverein sind: Gertrud Pütz-Heller, Birgit Strack und Felix Röhlich.
Zu einer weiteren organisatorischen Neuordnung entschloss sich der Stadtverband
im März 2006, aus 8 Ortsvereinen wurden 5 gebildet. Der neue Ortsverein Düren-Mitte-West umfasst die früheren OV`s: Mitte, Süd-West, West und Rölsdorf und ha jetzt rd.370 Mitglieder. In der Neugründungsversammlung am 16.3.2006 wurde mit dem neuen Vorstand, Ralf Kurth zum Vorsitzenden gewählt. Ihm folgt nach dessen Rücktritt, bereits am 2.10.2006, Dr.Hermann Knappe als Ortsvereinsvorsitzender.
In der Jahreshauptversammlung am 9.April 2008 kandidiert Knappe nicht mehr für den Vorsitz, zum neuen Ortsvereinsvorsitzenden wird Norbert Kreyes gewählt, der aber schon am 14.8.08 von diesem Amt wieder zurücktritt.
Am 5.Juni 2008 wählen die Mitglieder des SPD-Stadtverbandes in einer Vollversammlung Henner Schmidt aus dem Ortsverein Düren-Mitte-West, zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2009.

Buchtip zu weiterführenden Informationen über die Geschichte der SPD im Kreis
Düren :
Felix Röhlich
Ein langer Weg

276 Seiten, zahlr. Abb., 20,5 X 23 cm, gebunden
Hahne & Schloemer Verlag, Düren
ISBN 3-927-312-26
Inhalt
I. Das zarte Pflänzchen Demokratie.
Arbeiter und Bürger begehren auf.
II. „Mann der Arbeit aufgewacht …..“.
Die Anfänge der Sozialdemokratie in Düren und Umgebung.
III. Verantwortung in schwerer Zeit.
Die SPD im Kreis Düren in der Weimarer Republik.
IV. „Freiheit und Leben kann man uns nehmen ….“.
Ende der Weimarer Republik und Nazi-Terror in unserer Heimat.
V. Hoffnung und Enttäuschung.
Der Neubeginn 1945.
VI. Vom Kalten Krieg zur neuen Ostpolitik.
Jahre des Aufbaus bis zur kommunalen Neugliederung.
VII. Auf dem Weg in die Moderne.
Die SPD in Stadt und Kreis auf Erfolgskurs – die 80er und 90er Jahre.
Anhang: Die Organisation. Kurzportraits der Ortsvereine und des Unterbez..
Erhältlich im Fritz Erler Haus, Holzstr.34, 52349 Düren.Oder direkt beim Hahne & Schloemer Verlag.

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